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Station 5 · Akt III · Selbst erzeugen

Photovoltaik

Zum Schluss die Erzeugung. Photovoltaik senkt nicht deinen Bedarf, sie deckt ihn — und genau deshalb steht sie am Ende der Reihenfolge und nicht am Anfang.

Das Wichtigste zuerst

Die Anlage wird nach deinem Verbrauch ausgelegt, nicht nach deiner Dachfläche. Ein kWp Kilowatt-Peak, die installierte Leistung Die Leistung, die die Module unter genormten Prüfbedingungen abgeben. Sie ist eine Typenschildgröße und keine Aussage darüber, wie viel Strom im Jahr an deinem Standort daraus wird. liefert an den Koordinaten von Barntrup bei 35 Grad Südausrichtung 981 Kilowattstunden im Jahr. Diese Zahl ist für diesen Ort abgerufen und nicht für Deutschland gemittelt — und sie ist der einfachere Teil der Rechnung.

Der schwierigere Teil ist die Form: Rund 72 % dieser Jahresernte fallen in das Fenster zwischen 10 und 16 Uhr, und nur 14 % entfallen auf die vier Monate von November bis Februar. Was davon bei dir im Haus bleibt, hängt nicht am Dach, sondern daran, wann du Strom brauchst. Deshalb steht auf dieser Seite keine Empfehlung in Kilowatt-Peak und keine Speichergröße.

Betrifft das dein Haus?

Anders als bei Dach, Wand und Fenster ist die Frage hier nicht, wie alt dein Gebäude ist — sondern ob und wann du das Dach anfasst. Zwei Zahlen aus dem Bestand sagen trotzdem etwas.

Gebäude mit Wohnraum nach Baujahr: Kreis Lippe gegen Deutschland

0% 9% 18% ohne Wärmeschutzverordnung ← <1919 1919–1949 1950–1959 1960–1969 1970–1979 1980–1989 1990–1999 2000–2009 2010–2015 ab 2016 Kreis Lippe Deutschland

In Kreis Lippe stehen 95.099 Gebäude mit Wohnraum. 67 % davon wurden vor 1979 errichtet, also bevor die erste Wärmeschutzverordnung überhaupt Anforderungen an die Hülle stellte. In Deutschland sind es 61 %. Geheizt wird hier zu 30 % mit Heizöl (Deutschland: 25 %), und 78 % der Gebäude stehen frei. Eine freistehende Hülle verliert über alle vier Seiten und über das Dach.

Zensus 2022 1

Freistehend heißt für Photovoltaik: in aller Regel zwei nutzbare Dachflächen statt einer und deutlich seltener Verschattung durch Nachbargebäude. Und bei Gebäuden von vor 1979 steht die Dachhaut irgendwann zur Erneuerung an — genau dieser Vorgang löst seit 2026 die Landespflicht aus. Die beiden Themen dieser Seite hängen damit an derselben Baumaßnahme.

Die Solarpflicht bei der Dachsanierung

Der Fragenfächer zu diesem Thema zeigt eine eigene, klar formulierte Nachfrage — und sie ist nicht bundesweit gestellt, sondern für Nordrhein-Westfalen. Zu Recht: Seit dem 1. Januar 2026 ist hier jede vollständige Dachhauterneuerung ein Photovoltaikvorgang, ob das jemand vorhatte oder nicht.

Die Pflicht steht in § 42a der Landesbauordnung2, die Zahlen dazu in der Verordnung3. Ausgelöst wird sie durch die vollständige Erneuerung der Dachhaut eines Gebäudes, die nach dem 1. Januar 2026 begonnen wird (§ 1 Absatz 2 Nummer 4); maßgeblich ist der Beginn der Bauarbeiten. Einzelne Ziegel und ein Sturmschaden zählen nicht, die neue Eindeckung eines ganzen Daches schon — derselbe Vorgang, der auf der Dachdämmung aus einer Instandhaltung unbemerkt eine energetische Sanierung macht. Ein Anlass, zwei ausgelöste Pflichten.

Gefordert sind 30 Prozent der Nettodachfläche Die Dachfläche abzüglich der Teile, die wegen Verschattung, Dachaufbauten, Dachfenstern, anderer Nutzung oder Nordausrichtung nicht belegt werden können. Der Begriff stammt aus der Solaranlagen-Verordnung NRW und ist dort die maßgebliche Bezugsgröße. , alternativ eine Mindestleistung: für ein Ein- oder Zweifamilienhaus 3 Kilowatt-Peak (§ 4 Absatz 2) — und damit in aller Regel deutlich weniger, als auf das Dach passt. Die Pflicht ist selten die Grenze nach oben; sie ist der Anlass, überhaupt zu planen. Wie die Nettodachfläche ermittelt wird und wie die beiden Ausnahmetatbestände gerechnet werden, steht unter Solarpflicht.

Was ein Kilowatt-Peak in Barntrup liefert

Jetzt die Auswertung, die diese Seite trägt. Der spezifischer Ertrag kWh je kWp und Jahr Wie viele Kilowattstunden ein Kilowatt-Peak an einem bestimmten Ort, bei einer bestimmten Ausrichtung und Neigung im Jahr liefert. Erst diese Zahl macht aus der Typenschildleistung eine Ertragsaussage. ist die Zahl, die aus der Typenschildleistung eine Ertragsaussage macht — und er hängt am Standort. Deshalb steht hier kein Bundesdurchschnitt, sondern ein Abruf für 51.9925° N / 9.1147° O, also für Barntrup.4

Spezifischer Jahresertrag in Kilowattstunden je Kilowatt-Peak, für die Koordinaten von Barntrup — über Ausrichtung und Neigung
Ausrichtung0°Neigung15°Neigung30°Neigung35°Neigung45°Neigung60°Neigung
Ost Azimut -90° 829 85 % 819 84 % 798 81 % 786 80 % 757 77 % 691 70 %
Südost Azimut -45° 829 85 % 895 91 % 925 94 % 927 95 % 917 94 % 868 88 %
Süd Azimut 0° 829 85 % 924 94 % 975 99 % 981 100 % 977 100 % 931 95 %
Südwest Azimut 45° 829 85 % 894 91 % 923 94 % 924 94 % 912 93 % 861 88 %
West Azimut 90° 829 85 % 818 83 % 793 81 % 782 80 % 751 77 % 687 70 %

Der beste Wert der ganzen Tafel liegt bei 981 kWh/kWp — Süd bei 35 Grad, und der Abstand zum rechnerisch Bestmöglichen (38 Grad, 982 kWh/kWp nach eigenem PVGIS-Abruf) beträgt weniger als ein Prozent. Ebenso wenig kostet die Ausrichtung: Südost und Südwest verlieren gegenüber Süd rund fünf Prozent, und selbst reines Ost oder West liegt noch bei 80 % des Bestwerts.

Die Selbstprobe in der Tafel, Annahmen und Grenzen

Eine Selbstprobe steckt in der Tafel. Die erste Spalte — waagerecht, 0 Grad Neigung — trägt bei allen fünf Ausrichtungen denselben Wert. Das ist kein Fehler in den Daten, sondern die Kontrolle: Eine waagerechte Fläche hat keine Ausrichtung. Stünden dort fünf verschiedene Zahlen, wäre der ganze Abruf verdächtig.

Annahmen und Grenzen, offengelegt. Gerechnet mit kristallines Silizium (c-Si), einem Systemverlust von 14 % (Vorgabewert des Dienstes für Leitungen, Wechselrichter, Verschmutzung und Alterung) und freistehend belüftet (free-standing)er Montage. Strahlungsdaten PVGIS-SARAH3, Meteodaten ERA5, Zeitraum 2005 bis 2023. Der Horizont ist aus dem Geländemodell gerechnet (DEM-calculated), ohne Nahverschattung — Bäume, Schornsteine, Gauben und Nachbargebäude sind darin nicht enthalten. Verschattung im Nahbereich senkt den Ertrag und wird vor Ort aufgenommen, nicht modelliert. Eine dachparallele, schlechter hinterlüftete Montage läuft wärmer und damit etwas schlechter als die Werte oben.

Die Form des Tages — und warum sie alles entscheidet

Der wichtigste Befund. Bisher ging es darum, wie viel im Jahr zusammenkommt. Jetzt geht es darum, wann — und das ist die Größe, an der die ganze Auslegung hängt.

Mittlere Erzeugung nach Tageszeit in Ortszeit, bei 35 Grad Neigung
ZeitfensterSüdanlageOst-West-Anlage
vor 10 UhrMorgen 10 % 13 %
10 bis 16 UhrKernfenster 72 % 64 %
ab 16 UhrAbend 19 % 23 %
JahressummekWh/kWp1.000802

Rund 72 % der Jahresernte einer Südanlage fallen in ein Fenster von sechs Stunden. Die stärkste Einzelstunde ist die um 13 Uhr. Eine Ost-West-Anlage liefert im Jahr weniger — 802 statt 1.000 —, verteilt ihre Erzeugung aber deutlich breiter: 36 % außerhalb des Kernfensters gegenüber 28 % bei Süd.

Damit ist die Ost-West-Anlage kein Kompromiss, sondern eine Entscheidung. Wer tagsüber außer Haus ist und morgens und abends verbraucht, bekommt aus der im Jahr schwächeren Anlage möglicherweise mehr nutzbaren Strom als aus der stärkeren. Welche der beiden es ist, entscheidet nicht der Jahresertrag — der entscheidet nur, wie viel eingespeist wird.

Über das Jahr gilt dasselbe in groß. Bei 35 Grad entfallen nur 14 % der Jahresernte auf die vier Monate November bis Februar; das Verhältnis zwischen Juni und Dezember liegt bei rund 5,2 zu 1. Ein Speicher, der eine Nacht überbrückt, überbrückt deshalb keinen Januar. Das ist keine Meinung über Speicher, sondern die Verteilung der Einstrahlung.

Zwei Zeiträume, und sie werden nicht gegeneinander gerechnet. Die Tagesgangwerte stammen aus der Stundenreihe 2020 bis 2023, die Jahres- und Monatswerte weiter oben aus 2005 bis 2023. Deshalb liegt die Jahressumme hier bei rund 1.000 statt bei 981 kWh/kWp. Beide Zahlen sind richtig; sie beantworten verschiedene Fragen.

Wie der Tagesgang gerechnet ist

Die Zeitstempel liefert PVGIS in UTC; sie sind hier auf Ortszeit mit Sommerzeit umgerechnet. „Ost-West" ist das Mittel aus einer Ost- und einer Westfläche gleicher Neigung — also ein Satteldach mit Nord-Süd-First. Die Zusammenfassung nach Tageszeit ist eine eigene Auswertung der Stundenreihe und keine Ausgabe des Dienstes.

Auslegung nach dem Lastgang statt nach der Dachfläche

Jetzt lässt sich die These zu Ende schreiben. Auf der einen Seite eine Erzeugung, deren Menge und Form gerechnet sind. Auf der anderen dein Verbrauch, und über den wissen wir hier: nichts.

Das ist keine Koketterie. Eigenverbrauchsanteil, Autarkiegrad und Speichergröße hängen alle drei am Lastgang Der zeitliche Verlauf des Stromverbrauchs eines Haushalts, üblicherweise viertelstündlich über ein volles Jahr. Er sagt, WANN Strom gebraucht wird — und nur daraus folgt, wie viel eine Anlage tatsächlich deckt. — daran, wann Strom gebraucht wird, nicht wie viel im Jahr. Deshalb steht hier keine Empfehlung in Kilowatt-Peak und keine Speichergröße in Kilowattstunden. Der Markt rechnet beides vor, meist mit einem Standardlastprofil, und das Ergebnis sieht aus wie eine Messung. Es ist eine Annahme mit Nachkommastelle.

Was sich auch ohne Lastgang sagen lässt

  • Die Wärmepumpe ist der größte einzelne Hebel — sie verbraucht im Winter, wenn die Anlage wenig liefert, lässt sich aber über ein Überschusssignal ansteuern. Dazu Wallbox und Wärmepumpe.
  • Eine niedrige Vorlauftemperatur wirkt doppelt — sie macht aus derselben Kilowattstunde mehr Wärme, auch aus einer selbst erzeugten. Siehe Wärmeverteilung und Lüftung.
  • Der Speicher folgt dem Profil, nicht der Anlagenleistung. Dazu Stromspeicher und Eigenverbrauch.

Was den Preis bestimmt

Hier steht keine Zahl je Kilowatt-Peak und keine Rendite. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung wäre eine Kette aus Preisannahme, Strompreisannahme, Zinsannahme und Eigenverbrauchsannahme — jedes Glied geraten, und das Produkt sieht am Ende aus wie eine Messung.

Was sich belastbar sagen lässt, ist steuerlich. Für die Lieferung und Installation gilt nach UStG § 12 Abs. 35 ein Steuersatz von null Prozent, sofern die installierte Bruttoleistung installierte Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister nicht mehr als 30 kW (peak). Und nach EStG § 3 Nr. 726 sind Einnahmen und Entnahmen steuerfrei, bis 30 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit, insgesamt höchstens 100 kW (peak) je Steuerpflichtigem. Beides sind keine Förderzusagen, sondern geltendes Recht — und beides verändert die Rechnung mehr als der übliche Nachlass.

Die sechs Posten, die den Preis wirklich treiben
  • Die Dachdeckung und ihr Zustand. Ziegel, Schiefer, Blech oder Bitumen führen zu verschiedenen Befestigungen. Eine Deckung am Ende ihrer Lebensdauer führt zur eigentlichen Frage: ob nicht ohnehin das Dach dran ist.
  • Die Statik. Das Tragwerk muss die zusätzliche Last aufnehmen. In NRW ist das nicht nur eine Kostenfrage, sondern zugleich ein Ausnahmetatbestand der Landespflicht.
  • Der Weg zum Zählerschrank und dessen Zustand. Ein Schrank, der erneuert werden muss, ist ein eigener Posten und hat mit Modulen nichts zu tun.
  • Gerüst und Zugänglichkeit. Steht ohnehin eines für die Dachsanierung, trägt die Anlage nur ihre Mehrkosten.
  • Speicher ja oder nein — und in welcher Größe. Das ist der Posten, der ohne Lastgang am wenigsten begründbar ist.
  • Die Einbindung der Wärmepumpe. Planungsaufwand statt Material, und der Posten mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.

Was vorher und was nachher kommt

Photovoltaik steht in diesem Haus zuletzt, und das ist kein Werturteil über die Technik, sondern die Folge aus einem einzigen Satz: Sie senkt keinen Bedarf, sie deckt ihn. Was gedeckt werden soll, muss also feststehen.

  1. Vorher: die Hülle. Sie bestimmt, wie viel Wärme das Haus überhaupt braucht — siehe Dachdämmung und Fassadendämmung.
  2. Dann: Erzeuger und Verteilung. Erst wenn feststeht, ob eine Wärmepumpe kommt und mit welcher Vorlauftemperatur sie läuft, steht der Strombedarf fest — siehe Wärmeerzeugung und Wärmeverteilung und Lüftung.
  3. Dann: der Lastgang. Ein Jahr Viertelstundenwerte, im besten Fall schon mit der neuen Wärmepumpe.
  4. Erst dann: die Anlage. Größe, Ausrichtung, Speicher folgen aus den Schritten davor.

Die eine Ausnahme, und sie ist wichtig. Wenn ohnehin das Dach erneuert wird, gilt die Reihenfolge nicht. Dann muss die Anlage mitgeplant werden — weil eine Dachsanierung unter einer bestehenden Anlage zweimal Montage kostet, und weil in Nordrhein-Westfalen seit dem 1. Januar 2026 genau dieser Vorgang die Pflicht auslöst.

Was wir für deine Anlage machen

Wir planen und rechnen, wir bauen nicht. Was hier steht, ist deshalb die Vorarbeit, mit der du in ein Angebot gehst — und nicht das Angebot. Der elektrische Anschluss ist ohnehin keine Frage des Zutrauens, sondern geregelt: Nach NAV § 137 sind Absatz 2: Arbeiten hinter der Hausanschlusssicherung nur durch den Netzbetreiber oder ein eingetragenes Installationsunternehmen

  • Ertragsprognose für deine Dachflächen: Ausrichtung, Neigung, aufgenommene Verschattung
  • Prüfung, ob und in welchem Umfang die Solarpflicht nach SAN-VO NRW greift
  • Prüfung der Ausnahmetatbestände, gerechnet statt behauptet
  • Beschaffung oder Messung des Lastgangs als Grundlage der Auslegung
  • Speichergröße aus dem Verbrauchsprofil abgeleitet, nicht aus der Anlagenleistung
  • Einbindung der Wärmepumpe über ein Überschusssignal
  • Abstimmung mit der Dachsanierung, damit die Module nicht zweimal herunter müssen

Und was wir nicht tun: eine Rendite in Aussicht stellen oder eine Anlagengröße nennen, bevor ein Lastgang vorliegt. Wie wir arbeiten, steht unter Energieberatung und Sanierungsfahrplan und Leistungen.

Lohnt sich Photovoltaik nur auf einem Süddach?

Nein, und die Zahlen dazu sind für Barntrup gerechnet und nicht für Deutschland. Bei 35 Grad Neigung liefert ein Süddach an diesem Standort 981 Kilowattstunden je Kilowatt-Peak und Jahr. Ein nach Südosten oder Südwesten gerichtetes Dach kommt auf rund 95 Prozent davon — der Unterschied ist damit kleiner als die Streuung zwischen zwei Sommern.

Erst bei reiner Ost- oder Westausrichtung wird es spürbar: dort sind es noch etwa 80 Prozent. Auch das ist kein Ausschlusskriterium, sondern eine andere Auslegung — eine Ost-West-Anlage liefert weniger im Jahr, dafür breiter über den Tag verteilt.

Die Zahlen stammen aus dem PVGIS-Dienst der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission, abgerufen für die Koordinaten von Barntrup am 1. August 2026.

Welche Dachneigung ist die beste?

Für den Jahresertrag: rund 35 Grad. PVGIS selbst bestimmt für diesen Standort 38 Grad als Optimum mit 982 Kilowattstunden je Kilowatt-Peak — gegenüber 981 bei 35 Grad. Der Unterschied liegt unter einem Prozent.

Das ist der eigentliche Befund: Die Neigung deines Daches ist keine Entscheidung, die du triffst, und sie ist auch keine, die viel ausmacht. Zwischen 30 und 45 Grad passiert an diesem Standort so gut wie nichts. Wer eine Anlage nach der Neigung auswählt, optimiert eine Stelle nach dem Komma.

Interessant wird die Neigung erst, wenn nicht der Jahresertrag das Ziel ist, sondern der Winter: Das Dezembermaximum liegt bei einer deutlich steileren Fläche als das Jahresmaximum. Wer den Winter will, stellt steiler und verliert im Jahr — und genau deshalb ist eine Aufständerung mit 90 Grad an der Fassade oder am Balkon nicht sinnlos.

Muss ich bei einer Dachsanierung in NRW eine Solaranlage bauen?

Seit dem 1. Januar 2026 in aller Regel ja. Die Pflicht greift bei die vollständige Erneuerung der Dachhaut eines Gebäudes, die nach dem 1. Januar 2026 begonnen wird (§ 1 Absatz 2 Nummer 4 SAN-VO NRW). Maßgeblich ist der Beginn der Bauarbeiten.

Was als vollständige Erneuerung gilt, definiert die Verordnung selbst: „Eine vollständige Erneuerung der Dachhaut eines Gebäudes umfasst Baumaßnahmen, bei denen die Abdichtung oder die Eindeckung eines Daches vollständig erneuert wird. Hiervon sind Baumaßnahmen ausgenommen, die ausschließlich zur Behebung kurzfristig eingetretener Schäden vorzunehmen sind." Der Austausch einzelner Ziegel und die Reparatur eines Sturmschadens fallen also nicht darunter.

Der Umfang: 30 Prozent der Nettodachfläche — oder alternativ eine Mindestleistung, und für ein Ein- oder Zweifamilienhaus ist das der praktisch einschlägige Weg: 3 Kilowatt-Peak bei wohngebäude mit maximal zwei wohneinheiten. Das ist eine kleine Anlage.

Es gibt Ausnahmen, und sie sind rechenbar statt Ermessen — die Rechnung dazu steht auf der Seite zur Solarpflicht.

Wie groß sollte die Anlage sein?

Das lässt sich ohne deinen Lastgang nicht beantworten, und wer es trotzdem tut, rät. Die Dachfläche sagt, wie viel möglich ist. Wie viel sinnvoll ist, hängt daran, wann im Tagesverlauf du Strom brauchst.

Warum das so schwer wiegt, zeigt die Form der Erzeugung: Rund 72 Prozent der Jahresernte einer Südanlage fallen an diesem Standort in das Fenster zwischen 10 und 16 Uhr. Wer in dieser Zeit wenig verbraucht, speist genau dann ein, wenn alle anderen es auch tun.

Deshalb steht auf dieser Seite keine Empfehlung in Kilowatt-Peak und keine Speichergröße. Beides kommt aus deinem Verbrauchsprofil, und das liefert dein Netzbetreiber oder eine Messung über ein Jahr — nicht eine Website.

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Auf dieser Seite steht keine Zahl je Kilowatt-Peak und keine Rendite. Der Grund ist derselbe wie bei jeder anderen Maßnahme in diesem Haus: Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung wäre eine Kette aus Preisannahme, Strompreisannahme, Zinsannahme und Eigenverbrauchsannahme. Jedes Glied ist geraten, und das Produkt sieht am Ende aus wie eine Messung.

Was den Preis tatsächlich treibt: die Dachdeckung und ihr Zustand, die Zugänglichkeit und das Gerüst, die Länge des Wegs vom Dach zum Zählerschrank, der Zustand des Zählerschranks selbst, ob ein Speicher dazukommt und ob die Wärmepumpe eingebunden wird.

Was sich stattdessen sagen lässt, ist steuerlich und belegbar: Für die Lieferung und Installation gilt unter den Voraussetzungen des UStG § 12 Abs. 3 ein Steuersatz von null Prozent, und nach EStG § 3 Nr. 72 sind Einnahmen und Entnahmen aus Anlagen bis 30 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit, insgesamt höchstens 100 kW (peak) je Steuerpflichtigem steuerfrei. Das sind keine Förderzusagen, sondern geltendes Steuerrecht — und es verändert die Rechnung mehr als der übliche Nachlass.

Wie viel bekomme ich für den eingespeisten Strom?

Diese Seite nennt bewusst keinen Cent-Betrag, und zwar aus einem Grund, der sich datieren lässt: Nach EEG § 49 sinken die anzulegenden Werte Absenkung um 1 Prozent alle sechs Monate seit dem 1. Februar 2024, maßgeblich ist der Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Eine Cent-Zahl auf einer Website ist damit im Regelfall veraltet, bevor jemand sie liest.

Was gilt, ist der Mechanismus: Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Inbetriebnahme, nicht der Zeitpunkt der Bestellung. Wer eine Anlage über einen Absenkungsstichtag hinweg fertigstellt, bekommt den niedrigeren Wert — und zwar dauerhaft.

Die jeweils geltenden Werte veröffentlicht die Bundesnetzagentur. EEG § 48 unterscheidet dabei zwischen Anlagen mit Eigenversorgung und solchen mit Volleinspeisung; für die zweite gibt es einen Zuschlag.

Kann ich die Anlage selbst anschließen?

Aufstellen und montieren in Eigenleistung ist eine Frage der Statik und der Absturzsicherung. Der elektrische Anschluss ist dagegen keine Frage des Zutrauens, sondern geregelt: Nach NAV § 13 sind Absatz 2: Arbeiten hinter der Hausanschlusssicherung nur durch den Netzbetreiber oder ein eingetragenes Installationsunternehmen

Dazu kommt die Registrierung. Jede Anlage ist im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur einzutragen — und in NRW ist genau diese Bestätigung zugleich der Nachweis gegenüber der Bauaufsicht: „Als Anlage zu dem Formular ist eine Bestätigung der Bundesnetzagentur über die Registrierung im Marktstammdatenregister beizufügen." (§ 8 Absatz 1 SAN-VO NRW).

Sollte die Anlage vor oder nach der Dachsanierung kommen?

In einem Zug, und zwar zwingend. Eine Dachsanierung unter einer bestehenden Anlage bedeutet Demontage und Neumontage — zweimal Gerüst, zweimal Montage, und dazwischen eine Anlage, die nichts liefert.

Seit dem 1. Januar 2026 kommt in NRW hinzu, dass die vollständige Erneuerung der Dachhaut die Pflicht überhaupt erst auslöst. Wer die Dachsanierung plant, plant damit ohnehin eine Anlage — die Frage ist nur, ob geplant oder nachträglich.

Die Reihenfolge im Haus bleibt davon unberührt: Photovoltaik senkt keinen Bedarf, sie deckt ihn. Was gedeckt werden soll, steht erst fest, wenn Hülle und Erzeuger entschieden sind.

Jeder Weg für sich

Die Möglichkeiten im Einzelnen.

Bis hierher ging es darum, wonach du entscheidest. Was der einzelne Weg dann in der Ausführung bedeutet — Aufbau, Reihenfolge, was dabei schiefgeht —, steht jeweils auf seiner eigenen Seite.

  • Solarpflicht

    Die Landespflicht im Einzelnen: was als vollständige Erneuerung gilt, welche Fläche zählt und wie die beiden Ausnahmetatbestände gerechnet werden.

  • Stromspeicher

    Der Posten, der ohne Lastgang am wenigsten begründbar ist — und der am häufigsten nach Anlagenleistung statt nach Verbrauchsprofil verkauft wird.

  • Eigenverbrauch

    Was von der Erzeugung tatsächlich im Haus bleibt. Die Frage, an der Autarkiegrad und Wirtschaftlichkeit hängen — und die ohne Messung keine Zahl hat.

  • Wallbox und Wärmepumpe

    Die Kopplung: Wärmepumpe und Wallbox sind die beiden großen Verbraucher, die sich auf die Erzeugung legen lassen. Planung statt Zubehör.

Förderung

Was hier gefördert wird.

Photovoltaik läuft förderrechtlich anders als alles davor: Sie ist keine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle, und ihre Wirtschaftlichkeit hängt weniger an Zuschüssen als an Eigenverbrauch, Einspeisevergütung und steuerlicher Behandlung. Deshalb steht hier ausnahmsweise kein Förderprogramm, sondern das, was ohne Antrag gilt.

Umsatzsteuer: Für die Lieferung und Installation gilt nach UStG § 12 Abs. 3 ein Steuersatz von null Prozent. Voraussetzung ist, dass die installierte Bruttoleistung installierte Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister nicht mehr als 30 kW (peak).
Einkommensteuer: Nach EStG § 3 Nr. 72 sind Einnahmen und Entnahmen steuerfrei, und zwar bis 30 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit, insgesamt höchstens 100 kW (peak) je Steuerpflichtigem.
Einspeisung: EEG § 48 regelt die anzulegenden Werte, EEG § 49 ihre Absenkung — Absenkung um 1 Prozent alle sechs Monate seit dem 1. Februar 2024, maßgeblich ist der Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

Warum hier kein Cent-Betrag steht. Die anzulegenden Werte ändern sich halbjährlich, zuletzt am 1. August 2026 — am Tag der Prüfung dieser Seite. Eine Cent-Zahl auf einer Website ist damit im Regelfall veraltet, bevor jemand sie liest. Auf dieser Seite steht deshalb der Mechanismus mit seiner Fundstelle; die geltenden Werte veröffentlicht die Bundesnetzagentur. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

Fördermittelberatung

Hängt zusammen mit

Das hängt mit anderem am Haus zusammen.

Diese Bezüge sind das Verkaufsargument: Sie sind der Grund, warum die Reihenfolge über das Ergebnis entscheidet, und was ein einzelner Gewerkebetrieb nicht anbieten kann.

  • Dachdämmung

    Der stärkste Zusammenhang auf dieser Seite. Eine Dachsanierung unter einer bestehenden Anlage kostet zweimal Montage — und löst in NRW seit 2026 die Solarpflicht überhaupt erst aus.

  • Wärmeerzeugung

    Die Anlage verbessert rückwirkend die Betriebskosten der Wärmepumpe. Das ist der Rückgriff, den weder ein Heizungsbauer noch ein PV-Installateur allein zeigen kann.

  • Wärmeverteilung und Lüftung

    Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto mehr Wärme macht die Wärmepumpe aus derselben Kilowattstunde Solarstrom. Der Eigenverbrauch hängt damit auch an der Verteilung.

Wer diese Seite verantwortet

Robert Lammert

Geschäftsführer und Energieberater, zweiund50

  • Eintrag in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes, dena
  • Wohngebäude: Energieberatung (EBW), Energieberatung DIN 18599, Effizienzhaus (BEG WG, mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse), Einzelmaßnahmen (BEG EM)
  • Nichtwohngebäude: BEG NWG (mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse), Einzelmaßnahmen (BEG EM)
  • Schornsteinfegermeister (Bachelor Professional)

Ich rechne, bevor ich empfehle. Die Erträge sind für den Standort Barntrup abgerufen. Was auf deinem Dach ankommt, steht erst nach der Aufnahme der Verschattung fest.

Zuletzt geprüft am 03. August 2026. Rechtsstand und Fördersätze ändern sich; jede Zahl auf dieser Seite trägt ihre Quelle und ihr Abrufdatum.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis), Zensus 2022, Gebäude- und Wohnungszählung, Stichtag 15.05.2022Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0Abgerufen 29.07.2026
  2. Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW 2018) § 42a, SolaranlagenAbgerufen 01.08.2026
  3. Verordnung zur Umsetzung der Solaranlagen-Pflicht nach § 42a und § 48 Absatz 1a der Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (Solaranlagen-Verordnung Nordrhein-Westfalen – SAN-VO NRW) vom 6. Juni 2024Abgerufen 01.08.2026
  4. PVGIS, Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) der Europäischen KommissionPVGIS 5.3, API v5_3, Abruf für Barntrup, PLZ 32683, 51.9925° N / 9.1147° O. Jahres- und Monatswerte aus dem Zeitraum 2005 bis 2023, Tagesgang aus der Stundenreihe (seriescalc) 2020 bis 2023; die Zusammenfassung nach Tageszeit ist eine eigene Auswertung. PVGIS wird von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission betrieben; die Daten sind frei zugänglich und nachnutzbar.Abgerufen 01.08.2026
  5. Umsatzsteuergesetz § 12 Absatz 3, Steuersatz Null für die Lieferung und Installation von PhotovoltaikanlagenAbgerufen 11.08.2026
  6. Einkommensteuergesetz § 3 Nummer 72, Steuerfreiheit von Einnahmen und Entnahmen aus PhotovoltaikanlagenAbgerufen 01.08.2026
  7. Niederspannungsanschlussverordnung § 13, Elektrische AnlageAbgerufen 01.08.2026

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Bitte schick über dieses Formular keine Unterlagen und keine Gesundheits- oder Finanzdaten — dafür ist die E-Mail der richtige Weg. Eine Anfrage ist außerdem noch kein Auftrag: Ein Vertrag kommt erst zustande, wenn wir uns über Leistung und Preis geeinigt haben.