Wärmepumpe
Die Frage ist nicht, welche Wärmepumpe die beste ist. Die Frage ist, bei welcher Vorlauftemperatur dein Haus warm wird — und die steht schon fest, bevor du ein Gerät aussuchst.
Das Wichtigste zuerst
Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je niedriger die Vorlauftemperatur ist, mit der dein Haus warm wird. Diese Temperatur hängt an den Heizflächen, die schon da sind — nicht am Gerät. Deshalb steht am Anfang die Frage, wie viel deine vorhandenen Heizkörper bei niedrigerem Vorlauf noch abgeben, und nicht die Frage nach dem Fabrikat.
Derselbe Heizkörper gibt bei 55 Grad die Hälfte ab
Jede Katalogangabe zu einem Heizkörper gilt bei einer festen Prüfbedingung: 75 °C Vorlauf, 65 °C Rücklauf, 20 °C im Raum. Das ist die Normprüfbedingung nach DIN EN 4421, und sie ist der Bezug jeder Nennleistung, die du irgendwo liest.
Senkst du den Vorlauf, sinkt die Abgabe desselben Körpers — und zwar nicht linear, sondern über die Übertemperatur zwischen Heizfläche und Raum.
Das ist der ganze Kern. Wer eine Wärmepumpe in einen Altbau setzt, ohne diese Rechnung zu machen, hat entweder Glück oder ein Gerät, das die Räume an kalten Tagen nicht warm bekommt.
Die gute Nachricht: In vielen Altbauten sind die Heizkörper größer, als sie sein müssten. Sie wurden für Heizkessel ausgelegt, die man großzügig dimensionierte. Ob das bei dir so ist, sagt keine Faustformel, sondern die raumweise Gegenüberstellung von Heizlast und vorhandener Fläche — sie gehört zur Heizflächenauslegung.
Wie die Abgabe gerechnet wird
Maßgeblich ist die logarithmische Übertemperatur zwischen Heizfläche und Raum. Sie berücksichtigt, dass das Wasser im Heizkörper vom Vorlauf auf den Rücklauf abkühlt, die Temperaturdifferenz zum Raum also über die Länge des Körpers abnimmt.
Aus dem Verhältnis der Übertemperatur im Betrieb zur Übertemperatur bei der Prüfbedingung folgt die Abgabe, potenziert mit dem Heizkörperexponenten. Er beschreibt die Bauart und liegt bei üblichen Gliederkörpern bei 1,3.
Die Prüfübertemperatur beträgt damit 49,8 K Kelvin. Alle Anteile in der Zeichnung sind gegen diesen Bezug gerechnet, bei gleicher Spreizung wie in der Prüfung.
Was die Vorlauftemperatur für den Stromverbrauch bedeutet
Die zweite Hälfte derselben Frage: Was kostet dich ein hoher Vorlauf im Betrieb? Eine Wärmepumpe hebt Wärme von einem niedrigen auf ein höheres Temperaturniveau, und je größer dieser Hub, desto mehr Strom braucht sie dafür. Das ist keine Eigenschaft eines Fabrikats, sondern Thermodynamik.
Diese Zahlen tragen keine Annahme. Im Verhältnis zweier Vorlauftemperaturen kürzt sich der Wirkungsgrad des Geräts heraus; übrig bleibt reine Physik. Was sie nicht sagen, ist die Höhe deiner Rechnung — nur ihre Richtung. Wer dir eine konkrete Ersparnis in Euro nennt, ohne dein Haus gesehen zu haben, rät.
Wer die Leistungszahlen dahinter sehen will, findet sie mit allen Annahmen auf dem Übersicht zur Wärmeerzeugung.
Deshalb ist der hydraulische Abgleich bei einer Wärmepumpe keine Formalie. Er sorgt dafür, dass jeder Raum die Wassermenge bekommt, für die er ausgelegt wurde — sonst musst du den Vorlauf für alle anheben, weil ein einzelner Raum nicht warm wird.
Wie groß die Wärmepumpe sein muss
Die Leistung deines alten Kessels sagt darüber nichts. Sie wurde selten berechnet und fast immer großzügig gewählt. Was zählt, ist die Heizlast: die Leistung, die dein Gebäude bei Auslegungsbedingungen tatsächlich braucht. Verbindlich ermittelt wird sie nach DIN EN 128312, und dafür muss jemand das Gebäude ansehen.
Vorher lässt sich aus dem Jahresverbrauch eine Spanne abschätzen — aber wirklich nur eine Spanne.
Die Breite dieser Balken ist keine Ungenauigkeit unserer Rechnung, sondern die ehrliche Auskunft: Zwei Größen sind ohne Messung nicht bekannt, und beide gehen direkt ein. Wer dir ohne Gebäudebegehung eine Kilowattzahl nennt, hat geraten.
Zu klein ausgelegt heißt kalte Räume an wenigen Tagen im Jahr. Zu groß ausgelegt heißt takten — das Gerät springt an und wieder aus, was Verschleiß erzeugt und die Effizienz senkt. Beides kostet, und beides vermeidet man vor dem Kauf, nicht danach.
Warum aus dem Verbrauch keine einzelne Zahl folgt
Der Weg vom Jahresverbrauch zur Heizlast führt über zwei Größen, die ohne Messung nicht bekannt sind. Die erste ist der Jahresnutzungsgrad des alten Erzeugers: Ein Teil der eingekauften Energie verlässt das Haus durch den Schornstein und über die Verluste des Kessels, statt in den Räumen anzukommen. Wie groß dieser Teil ist, hängt an Bauart, Alter und Betriebsweise.
Die zweite sind die Vollbenutzungsstunden — so viele Stunden müsste die Anlage mit voller Leistung laufen, um die Jahreswärme zu liefern. Der Wert hängt am Standort und am Nutzerverhalten.
Beide gehen als Band in die Rechnung, und ein Band mal ein Band ergibt eine Spanne. Wer daraus eine Zahl macht, hat eine der beiden Größen stillschweigend festgelegt — und sagt nicht, welche.
Der Punkt, an dem eine Wärmepumpe nicht mehr allein heizt
Eine Wärmepumpe wird nicht auf den kältesten Tag ausgelegt. Das wäre der teuerste Weg: Das Gerät wäre an dreihundert Tagen im Jahr zu groß und würde takten.
Stattdessen legt man sie auf einen Punkt darunter aus und deckt die wenigen kälteren Tage anders ab — bei einer Monoenergieanlage über einen elektrischen Heizstab, bei einer Hybridanlage über den vorhandenen Kessel. Welcher Punkt richtig ist, folgt aus der Heizlast und aus der Jahresdauerlinie des Standorts.
Der Heizstab ist dabei kein Notbehelf, sondern eine Auslegungsentscheidung. Entscheidend ist, wie viele Stunden er tatsächlich läuft — und das steht in der Auslegung, nicht im Prospekt.
Warmwasser wird mit jeder Sanierung wichtiger
Warmwasser gilt gemeinhin als Nebenposten der Heizung. Das stimmt bei einem unsanierten Haus und wird mit jeder Maßnahme falscher — denn der Warmwasserbedarf hängt an den Bewohnern und der Wohnfläche, nicht an der Dämmung. Er bleibt gleich, während der Heizanteil sinkt.
Für die Wärmepumpe hat das zwei Folgen. Erstens braucht Warmwasser eine höhere Temperatur als die Heizung, und diese Temperatur bestimmt an vielen Tagen den Betriebspunkt. Zweitens lohnt es sich zu prüfen, ob die Warmwasserbereitung überhaupt an derselben Anlage hängen soll.
Beides gehört in dieselbe Planung wie die Heizflächen — nicht in einen zweiten Termin ein Jahr später.
Welche Wärmequelle zu welchem Grundstück passt
Erst wenn die nötige Vorlauftemperatur feststeht, wird die Bauart zur Frage. Sie unterscheidet sich vor allem darin, wie gleichmäßig die Wärmequelle über das Jahr ist — und wie viel Aufwand es kostet, an sie heranzukommen.
Die Luft ist überall verfügbar und kostet baulich am wenigsten. Ihr Nachteil ist, dass sie genau dann am kältesten ist, wenn du am meisten Wärme brauchst: Der Temperaturhub wird an kalten Tagen größer, die Leistungszahl kleiner. Dazu kommt die Außeneinheit mit ihrem Schall und ihrem Platzbedarf.
Das Erdreich ist über das Jahr nahezu konstant temperiert, was den Hub gleichmäßig hält und die Jahresarbeitszahl hebt. Dafür braucht es eine Bohrung oder Flächenkollektoren — also Genehmigung, Platz und einen erheblichen Teil der Investition, bevor überhaupt ein Gerät dasteht.
Grundwasser liegt zwischen beidem und ist am stärksten von den örtlichen Verhältnissen abhängig. Ob es überhaupt in Frage kommt, entscheidet die Wasserbehörde, nicht der Prospekt.
Zwei Wärmequellen fallen dabei von vornherein heraus, und zwar unabhängig von jeder Effizienz: Wärmepumpen, die mit Gas betrieben werden, und solche, die Raumluft als Wärmequelle nutzen, werden nicht gefördert3. Das steht in Nummer 3.4 und gilt vor allen Anforderungen, die darunter stehen.
Für die drei Bauarten oben ändert das nichts — Außenluft, Erdreich und Grundwasser liegen alle außerhalb des Hauses. Es ändert etwas für zwei Fälle, die im Verkauf gern daneben stehen: eine Gaswärmepumpe, und ein Gerät, das sich die Wärme aus der Luft eines beheizten Raums holt. Was aus einem Raum kommt, den du selbst heizt, ist keine Umweltwärme, sondern verschobene Heizwärme.
Diesen Unterschied kann man beziffern, statt ihn zu behaupten. Die Förderrichtlinie verlangt je Wärmequelle eine Mindesteffizienz, und die Werte sagen deutlicher als jeder Prospekt, was die Bauart austrägt: Ein Luftgerät muss bei 35 Grad Vorlauf 150 % erreichen, ein Erdreichgerät 180 %4. Bei höherem Vorlauf sinken beide Anforderungen — auf 125 % und 140 %.
Lies die Zahlen als das, was sie sind: Anforderungen an das Gerät, nicht Versprechen für dein Haus. Was deine Anlage am Ende erreicht, ist die Jahresarbeitszahl, und die verlangt die Richtlinie mit mindestens 3,0 — gerechnet nach einem festgelegten Verfahren mit den Randbedingungen vor Ort, nicht abgelesen aus einem Katalog.
Warum der Abstand zwischen 35 und 55 Grad größer ist als er aussieht
Zwischen den beiden Spalten liegen bei der Luftwärmepumpe zwanzig Prozentpunkte, beim Erdreichgerät doppelt so viele. Das ist kein Messfehler, sondern dieselbe Physik wie oben: Der Temperaturhub wächst, und mit ihm der Stromanteil.
Für die Entscheidung heißt das: Wer die Vorlauftemperatur über die Heizfläche senkt, verschiebt sich nicht nur auf der eigenen Kurve nach oben — er verschiebt auch, welche Bauart überhaupt in Frage kommt. Ein Haus, das mit 35 Grad auskommt, kann mit dem günstigeren Luftgerät erreichen, wofür ein 55-Grad-Haus die Bohrung braucht.
Was im Gerät passiert — und warum das für dich zählt
Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme, sie holt sie. Ein Kältemittel verdampft schon bei niedriger Temperatur und nimmt dabei Wärme aus der Umgebung auf — aus Luft, Erdreich oder Grundwasser. Ein Verdichter presst diesen Dampf zusammen, und weil verdichteter Dampf heißer wird, steigt die Temperatur auf ein Niveau, das zum Heizen taugt. Im Verflüssiger gibt das Kältemittel die Wärme an dein Heizwasser ab und beginnt von vorn.
Der Verdichter ist die Stelle, an der der Strom hineingeht. Alles andere ist Umlauf. Deshalb hängt der Verbrauch nicht daran, wie viel Wärme du brauchst, sondern daran, wie weit die Anlage sie hochheben muss — vom Niveau der Quelle auf das Niveau deines Vorlaufs.
Das erklärt zwei Dinge, die sonst wie Marketing klingen. Erstens: Warum eine Wärmepumpe im Altbau nicht grundsätzlich schlechter läuft, sondern nur bei hohem Vorlauf. Zweitens: Warum das Kältemittel eine Rolle spielt, obwohl es im Kreis läuft und nie verbraucht wird — seine Eigenschaften bestimmen mit, bei welchen Temperaturen der Kreislauf überhaupt arbeitet.
Für den Betrieb folgt daraus die wichtigste Einstellung der ganzen Anlage: die Heizkurve. Sie legt fest, wie stark der Vorlauf steigt, wenn es draußen kälter wird. Steht sie zu hoch, hebt die Anlage das ganze Jahr über weiter, als sie müsste — und niemand merkt es, weil es warm ist.
Zwei Bedingungen, die den Aufstellort betreffen
Die Förderbedingungen enthalten zwei technische Anforderungen, die weniger mit dem Gerät zu tun haben als mit deinem Grundstück und deinem Zählerschrank.
Die erste ist der Schall. Für die Förderung müssen Luft-Wasser-Wärmepumpen deutlich unter dem Ökodesign-Grenzwert liegen4. Das entscheidet mit darüber, wo die Außeneinheit stehen kann — und in enger Bebauung ist das die Frage, an der eine Planung tatsächlich hängt.
Die zweite ist die netzdienliche Schnittstelle. Sie betrifft den Zählerschrank und die Anbindung, also Arbeiten, die vor dem Antrag geklärt sein müssen und nicht danach.
Termine, die eine Entscheidung von heute verändern
Auf den meisten Seiten zu diesem Thema steht die Förderung von heute. Was fehlt, sind die Termine, die eine heutige Entscheidung später einholen.
Der wichtigste davon steht in fast keinem Ratgeber: Wer die Übergangsfrist nutzt und eine Heizung einbaut, die den Anteil erneuerbarer Wärme noch nicht erfüllt, kauft keine Heizung ohne Pflichten — sondern eine mit später einsetzenden5.
Für die Wärmepumpe selbst zählt vor allem das Kältemittel. Wer heute ein Gerät mit synthetischem Kältemittel kauft, kauft eines, das in wenigen Jahren nicht mehr förderfähig wäre — und dessen Nachfüllung teurer werden dürfte.
Was den Preis bestimmt
Wir nennen hier keine Preisspanne, und das ist eine Entscheidung, keine Lücke. Was eine Wärmepumpe in deinem Haus kostet, hängt an Dingen, die man sehen muss: wie viele Heizkörper getauscht werden, ob die Elektrik reicht, wo die Außeneinheit stehen darf, ob Warmwasser mitgeht.
Jede Zahl, die wir ohne diese Kenntnis hinschreiben würden, wäre eine Behauptung. Was wir stattdessen sagen können, ist, welche Posten die Rechnung treiben — und die stehen alle oben.
Die Fördersätze führen wir zentral auf der Förderseite mit Stand-Datum. Auf dieser Seite stehen sie bewusst nicht: Sie ändern sich schneller, als eine Fachseite nachziehen kann, und eine veraltete Prozentzahl ist schlimmer als keine.
Was vor dem Gerät kommt
In dieser Reihenfolge wird aus der Frage „passt eine Wärmepumpe?“ eine Antwort: Heizlast ermitteln, Heizflächen raumweise gegenrechnen, daraus die nötige Vorlauftemperatur bestimmen, und erst dann das Gerät auswählen.
Kehrst du die Reihenfolge um, kaufst du ein Gerät und hoffst, dass das Haus dazu passt. Das ist der Weg, auf dem die Anlagen entstehen, über die später jemand sagt, Wärmepumpen funktionierten im Altbau nicht.
Funktioniert eine Wärmepumpe mit meinen alten Heizkörpern?
Oft ja — aber es hängt am einzelnen Raum, nicht am Haus. Entscheidend ist, ob die vorhandene Fläche bei der niedrigeren Vorlauftemperatur noch genug abgibt. Bei 55 Grad statt 70 sind das rund die Hälfte der Katalogleistung. Weil viele Altbau-Heizkörper reichlich dimensioniert wurden, reicht das häufig; sicher weiß man es erst nach der raumweisen Gegenüberstellung.
Brauche ich eine Fußbodenheizung?
Nein. Eine Fußbodenheizung ist der bequemste Weg zu niedrigem Vorlauf, aber nicht der einzige. Größere oder zusätzliche Heizkörper in den kritischen Räumen erreichen dasselbe, und meistens sind es nur wenige Räume, an denen es hängt.
Wie groß muss die Wärmepumpe sein?
So groß wie die Heizlast des Gebäudes, und die wird berechnet, nicht vom alten Kessel übernommen. Aus dem Jahresverbrauch lässt sich vorab eine Spanne abschätzen — bei einem typischen Einfamilienhaus liegt sie mehrere Kilowatt breit. Eine belastbare Zahl setzt eine Begehung voraus.
Muss ich vorher dämmen?
Nicht zwingend. Dämmen senkt die Heizlast und damit die nötige Vorlauftemperatur, macht die Wärmepumpe also sparsamer und kleiner. Ob sich das vorher lohnt oder ob die vorhandenen Heizflächen auch ungedämmt reichen, ist genau die Rechnung, die am Anfang steht.
Wie stelle ich die Heizkurve richtig ein?
Schrittweise und über eine Heizperiode, nicht an einem Abend. Die Heizkurve legt fest, wie stark der Vorlauf steigt, wenn es draußen kälter wird. Man senkt sie in kleinen Schritten, bis der ungünstigste Raum an einem kalten Tag gerade noch warm wird — das ist der Punkt, an dem die Anlage am sparsamsten läuft.
Voraussetzung ist, dass alle Räume die Wassermenge bekommen, für die sie ausgelegt sind. Ohne hydraulischen Abgleich senkst du die Kurve nur so weit, bis der schlechteste Raum kalt wird — und hebst sie dann für das ganze Haus wieder an.
Was passiert an sehr kalten Tagen?
Eine Wärmepumpe wird nicht auf den kältesten Tag ausgelegt, sondern auf einen Punkt darunter. Die wenigen kälteren Tage deckt entweder ein elektrischer Heizstab ab oder ein zweiter Wärmeerzeuger. Wichtig ist nicht, ob es diesen Punkt gibt — den gibt es fast immer —, sondern wie viele Stunden im Jahr er tatsächlich gebraucht wird. Das steht in der Auslegung.
Geht das auch im Mehrfamilienhaus?
Ja, und die Frage verschiebt sich dabei. Im Einfamilienhaus entscheidet die Heizfläche, im Mehrfamilienhaus zusätzlich die Warmwasserbereitung: Bei vielen Wohnungen wird sie zum bestimmenden Betriebspunkt, weil sie das ganze Jahr über eine höhere Temperatur verlangt als die Heizung. Ob eine zentrale Lösung oder dezentrale Bereitung günstiger ist, entscheidet sich an dieser Stelle — nicht an der Wärmepumpe selbst.
Was wird bei einer Wärmepumpe gefördert?
Gefördert wird der Einbau im Bestandsgebäude, und zwar als Zuschuss über die KfW. Zusätzlich gibt es Boni, die an Bedingungen hängen — etwa daran, wie alt die ersetzte Heizung ist. Weil sich Sätze und Höchstbeträge schneller ändern als eine Fachseite, führen wir sie mit Stand-Datum auf der Förderseite und nicht hier.
Zwei technische Bedingungen betreffen aber die Planung und stehen deshalb oben auf dieser Seite: die Schallgrenze für die Außeneinheit und die netzdienliche Schnittstelle. Beide sind vor dem Antrag zu klären, nicht danach.
Kann eine Wärmepumpe auch kühlen?
Technisch ja, im Altbau mit Einschränkungen. Über Heizkörper ist der Effekt gering, weil die Fläche klein ist. Über Flächenheizungen geht mehr, aber dann wird der Taupunkt zur Grenze: Wird die Fläche zu kalt, schlägt sich Feuchte nieder. An ungedämmten Außenwänden ist das die eigentliche Beschränkung.
Was hier gefördert wird.
Ob diese Maßnahme gefördert wird, hängt am Bauteil, am erreichten Wert und am Zeitpunkt des Antrags. Was davon auf dein Haus zutrifft, prüfen wir vor der Beauftragung.
Keine Fördersätze und keine Beträge auf dieser Seite. Förderkulissen ändern sich, und eine veraltete Zahl ist schlechter als keine. Was sich nicht ändert, ist die Reihenfolge: Antrag vor Auftrag. Wer zuerst beauftragt und dann beantragt, verliert den Zuschuss.
Das hängt mit anderem am Haus zusammen.
- Wärmeverteilung und Lüftung
Die andere Hälfte derselben Rechnung: Heizflächen, Abgleich und Lüftung entscheiden mit darüber, bei welcher Vorlauftemperatur dein Haus warm wird.
- Dachdämmung
Jede Maßnahme an der Hülle senkt die Heizlast — und damit die Größe der Wärmepumpe, die du überhaupt brauchst.
- Photovoltaik
Eigener Strom verändert die Betriebskosten einer Wärmepumpe stärker als die Wahl des Geräts.
Vertiefend zu dieser Frage.
Einzelne Fragen, die für diese Seite zu eng sind, aber zu wichtig, um sie wegzulassen — ausgelagert, nicht gestrichen.
- Erdwärmepumpe: woraus die Kosten der Bohrung entstehen
Der Preis einer Erdwärmeanlage steckt im Boden, nicht im Gerät. Woraus die Bohrmeterzahl folgt, was der Baugrund ändert und was im Angebot fehlt.
Wo du weiterliest.
Übersicht Wärmeerzeugung Dort steht, wonach du entscheidest — und was die Reihenfolge mit dem Rest des Hauses macht.Andere Wege zum selben Ziel. Was für dein Haus in Frage kommt, hängt am Bestand — nicht daran, was sich allgemein am besten liest.
- Pelletheizung
Der Weg, wenn die Vorlauftemperatur nicht zu senken ist. Eigener Platzbedarf, eigene Emissionsanforderungen, eigene Nachweise.
- Hybridheizung
Zwei Erzeuger, eine Regelung: der vom Gesetz ausdrücklich anerkannte Weg, wenn weder Wärmepumpe noch Kessel allein die Anforderung tragen sollen.
- Fernwärme
Wo ein Wärmenetz liegt oder geplant ist, ist der Anschluss die einfachste Lösung — und die Wärmeplanung der Gemeinde entscheidet mit über den Stichtag.
- Warmwasserbereitung
Der viertstärkste Fragenblock des Themas, und der am stärksten übersehene: Beim Heizungstausch ändert sich am Warmwasser mehr als an der Heizung.
Wer diese Seite verantwortet
Robert Lammert
Geschäftsführer und Energieberater, zweiund50
- Eintrag in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes, dena
- Wohngebäude: Energieberatung (EBW), Energieberatung DIN 18599, Effizienzhaus (BEG WG, mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse), Einzelmaßnahmen (BEG EM)
- Nichtwohngebäude: BEG NWG (mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse), Einzelmaßnahmen (BEG EM)
- Schornsteinfegermeister (Bachelor Professional)
Eine Wärmepumpe wird nach Heizlast und erreichbarer Vorlauftemperatur ausgelegt, nicht nach dem alten Kessel.
Zuletzt geprüft am 10. August 2026. Rechtsstand und Fördersätze ändern sich; jede Zahl auf dieser Seite trägt ihre Quelle und ihr Abrufdatum.
Quellen
- DIN EN 442-2:2015-03, Radiatoren und Konvektoren – Teil 2: Prüfverfahren und LeistungsangabeNormprüfbedingung 75/65/20 °C, Kennlinie und HeizkörperexponentAbgerufen 31.07.2026
- DIN EN 12831-1:2017-09 in Verbindung mit DIN/TS 12831-1:2020-04, Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlastin § 60c Absatz 2 GModG als anzuwendendes Verfahren benanntAbgerufen 31.07.2026
- Förderrichtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) vom 17. Juli 2026in Kraft seit 21. Juli 2026, Geltungsdauer bis 31. Dezember 2030Abgerufen 01.08.2026
- Förderrichtlinie BEG EM vom 17. Juli 2026, Anlage: Technische MindestanforderungenAbgerufen 31.07.2026
- Gebäudemodernisierungsgesetz § 71 — bei der Umbenennung im Juli 2026 weggefallen. Die Anforderungen an eine Heizungsanlage stehen jetzt in § 42 mit den §§ 43 bis 46; die 65-Prozent-Anforderung ist entfallen. Der Satz zu dieser Fußnote wird überarbeitet.Abgerufen 11.08.2026
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Ein kurzer Blick auf Baujahr, Fläche und Heizung, dann weißt du, woran du bist.
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