Untersparrendämmung: die zweite Ebene vor den Sparren
Die Dämmung liegt raumseitig vor den Sparren und deckt das Holz ab, das die Dämmung im Gefach unterbricht. Wie dick sie werden darf, entscheidet die Bahn dahinter.
Das Wichtigste zuerst
Wie dick die Dämmung unter den Sparren werden darf, entscheidet nicht der Wärmeschutz, sondern die Feuchte. Die luftdichte Bahn liegt danach zwischen zwei Dämmschichten und kühlt mit jedem Zentimeter davor weiter ab. Fällt sie unter den Taupunkt der Raumluft — bei den üblichen Randbedingungen 9,3 °C1 —, fällt dort Wasser aus. Deshalb tragen 20 cm im Gefach 12 cm darunter, 6 cm im Gefach dagegen nur 4 cm.
Wofür diese Ebene da ist
Zwischen den Sparren steckt Dämmung, im Sparren steckt Holz. Beim gerechneten Zwischensparren-Aufbau ist der Sparren 120 mm breit und steht alle 720 mm — gut ein Sechstel der Dachfläche besteht damit aus Holz. Dort leitet der Sparren die Wärme durch, während einen Zentimeter daneben gedämmt ist. Das ist keine Kleinigkeit am Rand, sondern eine Wärmebrücke Eine Stelle, an der Wärme schneller nach außen kommt als in der Fläche daneben, etwa ein Balken, eine Ecke, ein Anschluss. Sie kostet Energie und ist die Stelle, an der Schimmel zuerst auftritt. , die über die ganze Fläche verteilt liegt.
Eine durchgehende Schicht auf der Raumseite legt sich über beides. Sie deckt die Holzquerschnitte ab und unterbricht den Weg, den die Wärme bisher genommen hat. Das ist ihre eigentliche Arbeit — und der Grund, warum sie mehr bringt, als ihre Dicke vermuten lässt.
Daneben leistet sie zwei Dinge, die im Angebot selten stehen und im fertigen Raum jeden Tag zählen. Die Lattung, in der sie liegt, ist zugleich die Installationsebene: Leitungen und Dosen finden dort Platz, ohne die luftdichte Ebene zu durchstoßen. Und sie liegt raumseitig, also dort, wo sich eine kalte Fläche als Zug anfühlt — auch bei gleichem Rechenwert ist ein Dach mit durchgehender Innenlage im Raum ruhiger.
Was dieselben Zentimeter unter den Sparren tun
Die naheliegende Frage bei zu niedrigen Sparren lautet: aufdoppeln oder eine Lage darunter. Beides bringt dieselbe Menge Dämmstoff ins Dach, und beides wirkt verschieden. Wer im Gefach aufdoppelt, macht das Holz mit dicker — die Wärmebrücke wächst mit. Wer durchgehend unter die Sparren legt, deckt sie ab.
Der Abstand zwischen beiden Wegen wächst mit jedem Zentimeter. Am Anfang sind es zwei Hundertstel im U-Wert, weiter außen drei — und für die Förderanforderung 0,14 W/(m²·K)2 ist das der Unterschied zwischen erreichbar und nicht erreichbar.
Damit steht diese Ebene nicht in Konkurrenz zur Dämmung im Gefach, sondern zur Frage, wo die nächsten Zentimeter hin sollen. Ist der Dachraum ohnehin offen und die Sparrenhöhe knapp, ist die durchgehende Lage der ertragreichere Ort. Ist das Dach von außen zugänglich, gilt derselbe Gedanke oberhalb der Sparren — was dort liegt, deckt das Holz ebenso ab und kostet keine Raumhöhe. Was dort möglich ist, steht auf Aufsparrendämmung.
Die Grenze ist eine Temperatur, keine Prozentzahl
Die Dampfbremse Die Folie auf der Warmseite der Dämmung. Sie begrenzt, wie viel Feuchtigkeit aus der Wohnung in die Konstruktion wandert. Bremsen, nicht sperren, damit der Aufbau im Sommer wieder austrocknen kann. liegt zwischen beiden Ebenen: über ihr die Dämmung im Gefach, unter ihr die neue Schicht. Damit hat sie danach Dämmstoff auf beiden Seiten — und jeder Zentimeter, den man vor sie legt, hält die Wärme des Raumes weiter von ihr fern. Die Bahn wird kälter.
Das ist so lange folgenlos, wie sie über dem Taupunkt Die Temperatur, bei der die Luft ihre Feuchtigkeit nicht mehr halten kann und Wasser ausfällt. Beim Dämmen wandert dieser Punkt in die Konstruktion hinein, deshalb muss man ihn rechnen und nicht hoffen. der Raumluft bleibt. Bei 20 °C / 50 % rel. Feuchte liegt der bei 9,3 °C1. Darunter fällt an der Bahn Wasser aus, in einer Schicht, die anschließend verkleidet ist und über Jahre niemand sieht.
Daraus folgt der Satz, der diese Seite trägt: Die zulässige Dicke hängt an zwei Maßen, nicht an einem. Bei 20 cm im Gefach steht die Bahn auch hinter 12 cm noch bei 10,5 °C. Bei 12 cm im Gefach ist bei 8 cm Schluss, bei 6 cm schon bei 4 cm.
Und das ist die unangenehme Pointe: Der Fall, für den die zweite Ebene am ehesten in Frage kommt — ein Dachstuhl mit zu niedrigen Sparren —, ist genau der Fall, in dem sie am engsten begrenzt ist.
Wie die Temperatur an der Bahn gerechnet wird
Die Temperatur an einer Schicht folgt aus dem Verhältnis der Wärmedurchlasswiderstände: Wie viel Widerstand liegt zwischen Raum und dieser Schicht, gemessen am gesamten Widerstand des Bauteils. Genau dieser Anteil des Temperaturgefälles ist bis dorthin schon abgebaut.
Innen geht der Wärmeübergangswiderstand 0,10 m²·K/W ein, außen 0,04 m²·K/W3. Dazwischen liegen die beiden Dämmschichten, jede mit ihrer Dicke geteilt durch ihre Wärmeleitfähigkeit λ Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit Wie gut ein Material Wärme durchlässt. Beim Dämmstoff steht sie als Wärmeleitstufe auf der Verpackung: WLS 035 heißt λ = 0,035 W/(m·K). Kleinere Zahl, dünnere Dämmung für dasselbe Ergebnis. ; gerechnet ist hier durchgehend WLS 035 mit 0,035 W/(m·K).
Das Gefälle setzt 20 °C / 50 % rel. Feuchte gegen −5 °C / 80 % rel. Feuchte. Der Taupunkt der Raumluft folgt aus derselben ersten Angabe.
Was diese Rechnung leistet und was nicht: Sie sagt, wann die Bahn rechnerisch unter den Taupunkt gerät — und damit, ab wann genauer hingesehen werden muss. Sie ersetzt den Feuchteschutznachweis nicht. Der berücksichtigt zusätzlich, wie viel Feuchte die Konstruktion aufnehmen und im Sommer wieder abgeben kann und wie durchlässig die eingebaute Bahn tatsächlich ist1. Eine feuchteadaptive Bahn verschiebt die Grenze, und zwar nach oben.
Gerechnet wurden die Aufbauten dieser Seite mit Ubakus (U-Wert-Rechner nach DIN EN ISO 6946 und DIN 4108-3). Berechnet für konkrete Bauteile mit konkreten Baustoffen. Für ein anderes Dach gelten andere Zahlen, aber dieselbe Rechenweise.
Reichen 30 oder 40 Millimeter?
Das ist die meistgestellte Frage zu diesem Bauteil, und sie ist so nicht zu beantworten — weil der Wert, um den es geht, nicht der Schicht gilt, sondern dem ganzen Dach. Der Höchstwert 0,24 W/(m²·K)4 ist ein Wert des Bauteils. Ob er gehalten wird, entscheidet die Summe aus beiden Ebenen, nicht die neue Lage für sich.
Für sich genommen erreicht die zweite Ebene wenig: Drei bis sechs Zentimeter allein bleiben weit über jedem geforderten Wert. Zusammen mit dem, was schon im Gefach liegt, sieht es anders aus.
Zwei Dinge sind daran abzulesen, und beide entscheiden. Erstens: Bei 12 cm im Gefach ist der gesetzliche Höchstwert von innen zu erreichen — der Aufbau kommt an der Grenze der zulässigen Dicke auf 0,21 W/(m²·K) und liegt damit unter 0,24 W/(m²·K). Zweitens: Bei 6 cm im Gefach ist er es nicht. Dort stünden 0,40 W/(m²·K) am Ende der zulässigen Dicke, und die Zentimeter, die noch fehlten, dürfen dort nicht mehr hin.
Der Förderwert ist von innen erreichbar, aber nur an einem Ende der Reihe: bei 20 cm im Gefach und 12 cm darunter steht das Bauteil bei 0,13 W/(m²·K). Wer mit einem dünn gedämmten Dachstuhl anfängt, kommt über die Innenseite nicht dorthin — dann führt der Weg über die Ebene oberhalb der Sparren, und der ist auf Dachdämmung im Zusammenhang beschrieben.
Für die Frage nach 30 oder 40 Millimetern heißt das: Beide Dicken sind zulässig und beide sind zu wenig, wenn im Gefach nichts Ordentliches liegt. Sie sind sinnvoll als zweite Schicht und leer als einzige.
Wie der Aufbau steht
Von der Dämmung im Gefach nach innen gezählt: die luftdichte Ebene, darauf eine Lattung quer zu den Sparren, zwischen den Latten die Untersparrendämmung, darunter die Bekleidung. Vier Schichten, und die Reihenfolge ist keine Geschmacksfrage.
Die Bahn liegt direkt unter den Sparren. Sie läuft über alle Sparren hinweg durch, nicht in den Gefachen hoch und runter — das wäre mehr Fläche, mehr Naht und mehr Stelle zum Undichtwerden.
Die Lattung läuft quer. Sie kreuzt die Sparren und schafft damit die Ebene, in der die Dämmung liegt. Ihre Höhe ist die Dicke der zweiten Schicht.
Die Dämmung liegt zwischen den Latten — oder als Verbundplatte durchgehend darunter. Der erste Weg ist der übliche, der zweite deckt zusätzlich die Latten ab.
Die Bekleidung schließt ab. Sie trägt nichts zur Dämmung bei und ist der Grund, warum an dieser Ebene nichts nachträglich zu korrigieren ist.
Die Lattung ist dabei kein Nebending. Sie ist die Installationsebene, in der Leitungen und Dosen liegen können, ohne die Bahn zu durchstoßen. Wer sie einspart und die Platten unmittelbar an die Sparren schraubt, spart drei Zentimeter und handelt sich jede Steckdose als Loch in der luftdichten Ebene ein.
Die Ebene, an der es hängt
Eine luftdichte Ebene Die durchgehende, fugenlose Schicht, die verhindert, dass warme Raumluft durch Ritzen in die Konstruktion strömt. Meist ist es dieselbe Bahn wie die Dampfbremse. Sie scheitert nie in der Fläche, sondern an den Anschlüssen. e Ebene scheitert nie in der Fläche. Sie scheitert an den Anschlüssen: am Übergang zur Giebelwand, an der Kehlbalkenlage, am Dachflächenfenster, an der Traufe, an jedem Rohr, das sie durchstößt. Eine Folie ist kein Anschlusskonzept; sie wirkt nur, wo sie umlaufend angeschlossen und dauerhaft angepresst ist.
Das gilt bei jedem Dach. Beim Einbau der zweiten Ebene kommt hinzu, dass die Bahn danach nicht mehr die innerste Schicht ist. Was an ihr falsch gemacht wird, liegt hinter Dämmung und Bekleidung — und ein Fehler, der sich als Feuchtefleck zeigen würde, zeigt sich hier gar nicht.
Zwei Fälle sind die häufigen. Der erste: Es gibt bereits eine Bahn aus einer früheren Sanierung, und sie wird als vorhanden verbucht, ohne dass jemand sie geprüft hat. Der zweite: Es gibt sie noch nicht, und die neue Bahn wird an der falschen Stelle eingebaut, nämlich vor der neuen Dämmung statt dahinter. Dann liegt die gesamte zweite Ebene auf der kalten Seite der Bahn, und was oben über die Temperatur steht, gilt umgekehrt.
Wo die Bahn dicht ist, lässt sich messen — mit einer Differenzdruckmessung am fertigen Bauteil, bevor die Bekleidung geschlossen wird. Danach ist es eine Behauptung.
Was an dieser Stelle vorgeschrieben ist
Eine Untersparrendämmung ist keine Pflicht. Sie kann aber eine auslösen: Wer die Dachfläche ändert, muss den Höchstwert 0,24 W/(m²·K)4 für das geänderte Bauteil einhalten. Der Wert gilt dann für das Dach, nicht für die neue Schicht.
Drei Ausgänge gibt es aus dieser Anforderung, und sie sind nicht dieselbe Sache. Erstens die Flächenschwelle: Betrifft die Arbeit nicht mehr als 10 %5 der gesamten Fläche dieser Bauteilgruppe, entsteht gar keine Anforderung. Bezugsgröße ist die Gruppe am ganzen Gebäude, nicht der Raum, in dem gearbeitet wird — ein Zimmer im Dachgeschoss liegt schnell darunter, das ganze Obergeschoss nicht.
Zweitens die begrenzte Dämmschichtdicke — und das ist die Regel, die an diesem Bauteil am häufigsten greift. Sie steht in der Anlage selbst: Werden Maßnahmen nach den Nummern 1a, 1b, 5a, 5b, 5c, 6a, 6b, 6c, 6d oder 6e ausgeführt und ist die Dämmschichtdicke im Rahmen dieser Maßnahmen aus technischen Gründen begrenzt, so gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn die nach anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke eingebaut wird, wobei ein Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/(m·K) einzuhalten ist.4 Wer sie in Anspruch nimmt, ist damit an eine Wärmeleitstufe gebunden: höchstens 0,035 W/(m·K). Abweichend von Satz 1 ist ein Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,045 W/(m·K) einzuhalten, soweit Dämmmaterialien in Hohlräume eingeblasen oder Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet werden.
Das ist mehr als eine Formalie. Wer wegen der Raumhöhe unter dem geforderten Wert bleibt, darf das — muss dann aber mit einem Dämmstoff arbeiten, der die Stufe hält. Ein Stoff mit 0,040 W/(m·K) fällt aus dieser Erleichterung heraus, es sei denn, er stammt aus nachwachsenden Rohstoffen: Für die gilt die mildere Zahl.
Drittens der Baujahrgang: Für einen Teil der Maßnahmen entfällt die Anforderung, wenn die Bauteilfläche nach dem 31. Dezember 19834 unter Einhaltung der damaligen Vorschriften errichtet oder erneuert wurde. Die Ausnahme hängt an der Art der Arbeit, nicht am Bauteil: Sie gilt für das Erneuern von Bekleidungen und Verschalungen, nicht für den erstmaligen Einbau einer Dämmschicht. Am Baujahr des Hauses ist sie deshalb nicht abzulesen.
Unabhängig davon gilt der Mindestwärmeschutz6 — die Untergrenze, unterhalb derer ein Bauteil nicht gebaut werden darf, weil sonst Tauwasser und Schimmel entstehen. Sie ist kein Ersatz für die Anforderung, sondern das, was in jedem Fall stehen bleibt.
Was hier gefördert wird
Gefördert wird nicht die Untersparrendämmung, sondern das Bauteil. Maßgeblich ist der Wert, den das Dach danach erreicht: 0,14 W/(m²·K)2 als technische Mindestanforderung. Ob eine Ebene, zwei Ebenen oder eine Sanierung von außen dorthin führen, ist für den Antrag gleichgültig.
Praktisch heißt das: Die zweite Ebene ist förderfähig, wenn sie Teil eines Aufbaus ist, der den Wert hält — und sie ist es nicht, wenn sie allein bleibt und das Dach danach darüber liegt. Der Nachweis wird für das fertige Bauteil geführt, nicht für die gelieferte Platte.
Welche Programme das sind, in welcher Reihenfolge sie beantragt werden und was sich mit was verrechnen lässt, steht gesammelt auf Fördermittelberatung. Was hier zählt, ist die technische Bedingung davor: Ohne den Wert am Bauteil ist die Frage nach dem Zuschuss noch nicht gestellt.
Woran der Dämmstoff hier wirklich hängt
Die Auswahl ist groß und die Unterschiede sind kleiner, als die Produktseiten nahelegen. Was sie beim Wärmeschutz trennt, ist eine Zahl: die Wärmeleitfähigkeit λ Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit Wie gut ein Material Wärme durchlässt. Beim Dämmstoff steht sie als Wärmeleitstufe auf der Verpackung: WLS 035 heißt λ = 0,035 W/(m·K). Kleinere Zahl, dünnere Dämmung für dasselbe Ergebnis. . Zwischen WLS 035 mit 0,035 W/(m·K) und WLS 040 mit 0,040 W/(m·K) liegen bei vier Zentimetern rund ein Zentimeter Bauhöhe. Wo die Höhe knapp ist, entscheidet das; sonst nicht.
Einmal hängt an dieser Zahl allerdings mehr als ein Zentimeter: Wer sich darauf beruft, dass die Konstruktion die geforderte Dicke nicht hergibt, muss 0,035 W/(m·K)4 einhalten — oder einen Dämmstoff aus nachwachsenden Rohstoffen verwenden, für den 0,045 W/(m·K) genügen. Holzfaser fällt damit in die zweite Gruppe, ein Schaumstoff mit derselben Leitfähigkeit nicht.
Drei Eigenschaften unterscheiden die Stoffe stärker, und keine davon steht im U-Wert:
Wie sie mit Feuchte umgehen. Ein Dämmstoff, der Feuchte aufnehmen und wieder abgeben kann, gibt der Konstruktion Reserve — genau an der Stelle, an der die Bahn rechnerisch knapp wird. Holzfaser und Zellulose arbeiten so, geschlossenzellige Hartschäume nicht.
Was sie im Sommer tun. Für den Wärmeschutz im Winter zählt die Wärmeleitfähigkeit, für die Hitze im Raum die Speicherfähigkeit und das Gewicht. Deshalb kann eine schwere Faserplatte unter den Sparren mehr Wirkung haben als ein besser dämmender Schaum.
Wie sie sich fügen. Zwischen Latten geklemmt braucht der Stoff Rückstellkraft, sonst entstehen Fugen, die kein Datenblatt nennt. Eine Fuge in einer vier Zentimeter dünnen Schicht wiegt anteilig schwerer als in einer zwanzig Zentimeter dicken.
Was den Stoff hier NICHT bestimmt, ist der Brandschutz im üblichen Wohnhaus: Die Ebene liegt hinter einer Bekleidung, und die trägt die Anforderung. Wer die Wahl an einer Eigenschaft festmacht, sollte es an der Feuchte tun — sie ist auf dieser Ebene die Größe, die über den Bestand der Konstruktion entscheidet.
Was die Ebene an Raumhöhe kostet
Der Verlust ist nicht die Dämmdicke, sondern der ganze Aufbau: Lattung plus Dämmung plus Bekleidung. Die Lattung entspricht der Dämmdicke, die Bekleidung kommt darunter — aus vier Zentimetern Dämmung werden im Raum schnell sechs. Auf einer Schräge geht das anteilig in die Fläche: Je flacher die Neigung, desto mehr Grundfläche verliert die Höhe, die zum Stehen reicht.
Eine Zahl in Quadratmetern lässt sich hier nicht angeben, weil sie an der Dachneigung und am Grundriss hängt, nicht am Bauteil. Was sich angeben lässt, ist die Reihenfolge: Erst wird gemessen, wo im Raum die Höhe knapp ist, dann wird die Dicke festgelegt — und nicht umgekehrt.
Wo die lichte Höhe ohnehin an der Grenze steht, kehrt sich die Rechnung um. Dann ist die Ebene über den Sparren der Weg, der nichts kostet, weil er außen liegt, und die Frage lautet nicht mehr, wie dick es innen werden darf, sondern wann die Eindeckung fällig ist.
Wo es schiefgeht
Drei Fälle, und alle drei sind nach dem Verkleiden nicht mehr zu sehen.
Die Konstruktion war nicht trocken. Die Dämmung wird vor ein Holzwerk gesetzt, dessen Zustand niemand geprüft hat — feuchtes Holz, undichtes Unterdach, alte Schäden an der Traufe. Danach ist alles verkleidet, und der Schaden arbeitet weiter.
Die Bahn wurde zu kalt. Der Aufbau ist auf dem Papier besser als vorher und feuchtetechnisch schlechter, weil die zweite Ebene zu dick geraten ist. Das ist der Fall, den diese Seite ausrechnet, und er sieht bei der Abnahme aus wie jeder andere.
Die Ebene endet irgendwo. An der Giebelwand, an der Kehlbalkenlage, am Fenster hört die Dämmung auf und die Bahn hört mit auf. Der Wärmeschutz endet dort ebenfalls, und die kälteste Stelle des Raumes liegt danach genau in dieser Ecke.
Was gegen alle drei hilft, ist dieselbe Arbeit und sie kostet einen halben Tag: das Bauteil öffnen, bevor entschieden wird, den Bestand aufnehmen und die Anschlüsse planen, bevor das Material bestellt ist.
Was den Preis bestimmt
Nicht die Platte. Der Materialpreis ist bei diesem Bauteil der kleinste Posten; was den Preis macht, steht drumherum:
Wird nur die Bekleidung abgenommen oder der ganze Ausbau samt Boden und Trennwänden?
Sind Elektro, Heizung und Lüftung neu zu setzen, weil die Installationsebene entsteht?
Wie viele Kehlen, Gauben, Dachflächenfenster und Anschlüsse an aufgehende Wände gibt es?
Ist eine luftdichte Ebene vorhanden und brauchbar, oder wird sie neu gebaut?
Steht das Gerüst innen oder muss außen gearbeitet werden?
Eine Spanne je Quadratmeter beschreibt deshalb immer ein anderes Dach als deines, und sie wird in dem Moment falsch, in dem einer der fünf Punkte anders beantwortet wird. Belastbar wird der Preis nach der Aufnahme — und die kostet weniger als die Differenz zwischen zwei Angeboten, die auf verschiedene Annahmen gerechnet sind.
Wo bei Eigenleistung die Grenze liegt
Diese Ebene ist die zugänglichste am ganzen Dach: Sie wird von innen gebaut, im Trockenen, ohne Gerüst, mit Werkzeug, das im Haus ist. Lattung setzen, Dämmung klemmen, Bekleidung schrauben — das ist in Eigenleistung zu machen, und es wird auch so gemacht.
Zwei Arbeiten sind es nicht. Die erste ist die Entscheidung über die Dicke: Sie folgt aus einer Rechnung über zwei Schichten, und sie fällt vor dem ersten Handgriff. Die zweite ist die luftdichte Ebene. Ihre Anschlüsse sind der Teil, an dem der Aufbau steht oder fällt, sie sind nach dem Verkleiden nicht mehr erreichbar, und sie sind die Stelle, an der Eigenleistung im Schadensfall regelmäßig zur Diskussion steht.
Und ein Kostenpunkt gehört dazu: Wo ein Zuschuss beantragt wird, sind bei Eigenleistung nur die Ausgaben für Material förderfähig, und auch die nur, wenn ein Fachunternehmer oder ein Energieeffizienz-Experte die fachgerechte Ausführung und die Materialkosten mit dem Verwendungsnachweis bestätigt7. Wer beides will, klärt die Reihenfolge vorher — die Bestätigung im Nachhinein zu bekommen, ist schwerer als sie zu vereinbaren.
Was vorher und was nachher kommt
Vorher: die Aufnahme des Bestands — was liegt im Gefach, wie dick ist es, wie steht das Holz, gibt es eine luftdichte Ebene und ist sie dicht. Danach die Rechnung über beide Ebenen, danach die Entscheidung über die Dicke, danach das Material. Diese Reihenfolge lässt sich nicht drehen, ohne dass eine der Größen geraten wird.
Nachher: Ein Dach, das dichter ist als vorher, ändert die Lüftung des Hauses. Feuchte, die vorher durch Fugen abgezogen ist, bleibt drin. Deshalb gehört die Frage nach dem Luftwechsel in dieselbe Planung und nicht ein Jahr später, wenn die erste Schimmelstelle da ist — was daran zu bedenken ist, steht auf Wärmeverteilung und Lüftung.
Und die größere Reihenfolge: Ein gedämmtes Dach senkt die Heizlast des Hauses. Wer den Wärmeerzeuger vorher austauscht, legt ihn für ein Gebäude aus, das es danach nicht mehr gibt.
Was ist eine Untersparrendämmung?
Eine Dämmschicht, die raumseitig vor den Sparren liegt, in einer Lattung quer zu ihnen. Sie läuft durchgehend über alle Sparren hinweg und deckt damit das Holz ab, das weiter außen zwischen den Gefachen steht.
Der Unterschied zu den beiden anderen Lagen am Dach ist ihre Stellung: Zwischen den Sparren steht das Holz in der Dämmebene, über und unter ihnen liegt die Dämmung durchgehend davor.
Reicht eine Untersparrendämmung allein?
Für den geforderten Wert nicht. Drei bis sechs Zentimeter bleiben allein weit über 0,24 W/(m²·K)4, und dicker darf sie nicht werden, solange im Gefach nichts liegt — dann würde die luftdichte Bahn zu kalt.
Als zweite Schicht auf einer vorhandenen Dämmung ist sie dagegen der wirksamste Zentimeter, den man von innen einbauen kann.
Wie dick darf die Untersparrendämmung höchstens sein?
So dick, dass die luftdichte Bahn dahinter über dem Taupunkt der Raumluft bleibt — bei 20 °C / 50 % rel. Feuchte also über 9,3 °C1. Das hängt an der Dämmung im Gefach: Bei 12 cm dort sind 8 cm möglich, bei 20 cm sind es 12 cm, bei 6 cm nur 4 cm.
Eine feuchteadaptive Bahn verschiebt die Grenze nach oben. Ob und wie weit, sagt der Feuchteschutznachweis für den konkreten Aufbau.
Wo kommt die Dampfbremse hin?
Zwischen die beiden Dämmebenen, also unmittelbar unter die Sparren und über die neue Schicht. Nicht davor: Läge sie raumseitig vor der Untersparrendämmung, wäre die gesamte neue Ebene auf ihrer kalten Seite.
Ist bereits eine Bahn vorhanden, bleibt sie an ihrer Stelle und die neue Dämmung kommt darunter. Eine zweite Bahn darunter wäre ein Fehler — zwei Sperrschichten schließen die Konstruktion ein.
Sind 30 oder 40 Millimeter genug?
Für das Bauteil entscheidet nicht diese Schicht, sondern die Summe. Bei 12 cm im Gefach reichen 8 cm darunter, um 0,24 W/(m²·K) zu halten. Liegt im Gefach weniger, reichen auch 40 Millimeter nicht, und mehr darf nicht.
Was kostet eine Untersparrendämmung?
Das entscheidet der Ausbauzustand, nicht der Dämmstoff: ob nur die Bekleidung abgenommen wird oder der ganze Ausbau, ob Elektro und Heizung neu zu setzen sind, wie viele Kehlen, Gauben und Fensteranschlüsse es gibt.
Eine Spanne je Quadratmeter würde hier ein anderes Dach beschreiben. Belastbar wird die Zahl nach der Aufnahme.
Wird die Untersparrendämmung gefördert?
Gefördert wird das Bauteil, nicht die Schicht: Maßgeblich ist der Wert, den das Dach danach erreicht — 0,14 W/(m²·K)2 als technische Mindestanforderung. Ob eine oder zwei Ebenen dorthin führen, spielt für den Antrag keine Rolle.
Welche Programme das sind und in welcher Reihenfolge sie beantragt werden, steht auf Fördermittelberatung.
Kann ich das selbst machen?
Lattung, Dämmung und Bekleidung: ja. Die Entscheidung über die Dicke und die Anschlüsse der luftdichten Ebene: besser nicht. Beide sind nach dem Verkleiden nicht mehr erreichbar, und beide entscheiden darüber, ob die Konstruktion trocken bleibt.
Wo ein Zuschuss beantragt wird, ist außerdem nur das Material anrechenbar, nicht die eigene Arbeitszeit.
Holzfaser oder Mineralwolle?
Im Wärmeschutz trennt beide wenig: zwischen 0,035 W/(m·K) und 0,040 W/(m·K) liegt bei vier Zentimetern rund ein Zentimeter Bauhöhe.
Der Unterschied liegt woanders: Holzfaser nimmt Feuchte auf und gibt sie wieder ab — das ist Reserve an genau der Stelle, an der die Bahn knapp wird — und sie ist schwerer, was gegen die Hitze im Sommer hilft. Mineralwolle ist leichter zu klemmen und günstiger.
Bringt die zweite Ebene etwas gegen die Hitze im Dachgeschoss?
Ja, aber nicht über die Dämmwirkung, sondern über die Masse. Was die Hitze im Sommer verzögert, ist die Speicherfähigkeit des Aufbaus; deshalb wirkt eine schwere Faserplatte hier mehr als ein besser dämmender leichter Stoff.
Die größere Wirkung hat trotzdem die Verschattung der Dachflächenfenster. Eine Dämmebene ersetzt sie nicht.
Was hier gefördert wird.
Ob diese Maßnahme gefördert wird, hängt am Bauteil, am erreichten Wert und am Zeitpunkt des Antrags. Was davon auf dein Haus zutrifft, prüfen wir vor der Beauftragung.
Keine Fördersätze und keine Beträge auf dieser Seite. Förderkulissen ändern sich, und eine veraltete Zahl ist schlechter als keine. Was sich nicht ändert, ist die Reihenfolge: Antrag vor Auftrag. Wer zuerst beauftragt und dann beantragt, verliert den Zuschuss.
Das hängt mit anderem am Haus zusammen.
- Fördermittelberatung
Welcher Wert den Zuschuss auslöst und in welcher Reihenfolge beantragt wird — die Bedingung fällt hier technisch, die Programme stehen dort.
- Wärmeverteilung und Lüftung
Ein dichteres Dach ändert den Luftwechsel im Haus. Die Feuchte, die vorher durch Fugen abgezogen ist, braucht danach einen anderen Weg.
- Wärmeerzeugung
Ein gedämmtes Dach senkt die Heizlast. Wer den Wärmeerzeuger vorher austauscht, legt ihn für ein Gebäude aus, das es danach nicht mehr gibt.
Wo du weiterliest.
Übersicht Dachdämmung Dort steht, wonach du entscheidest — und was die Reihenfolge mit dem Rest des Hauses macht.Andere Wege zum selben Ziel. Was für dein Haus in Frage kommt, hängt am Bestand — nicht daran, was sich allgemein am besten liest.
- Oberste Geschossdecke
Die günstigste Variante, wenn der Dachraum kalt bleiben darf, und die einzige mit gesetzlicher Pflicht.
- Zwischensparrendämmung
Die Lage im Gefach, fast immer als erste von zwei Ebenen. Der Sparren steht als Wärmebrücke darin.
- Aufsparrendämmung
Der Regelfall von außen: durchgehend über den Sparren, ohne Wärmebrücke, ohne Verlust an Raumhöhe.
- Flachdachdämmung
Anderer Aufbau, andere Anforderung, andere Regeln beim Feuchteschutz. Deshalb eine eigene Seite.
Wer diese Seite verantwortet
Robert Lammert
Geschäftsführer und Energieberater, zweiund50
- Eintrag in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes, dena
- Wohngebäude: Energieberatung (EBW), Energieberatung DIN 18599, Effizienzhaus (BEG WG, mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse), Einzelmaßnahmen (BEG EM)
- Nichtwohngebäude: BEG NWG (mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse), Einzelmaßnahmen (BEG EM)
- Schornsteinfegermeister (Bachelor Professional)
Wie dick die Ebene unter den Sparren werden darf, sagt nicht der Dämmstoff, sondern die Temperatur an der Bahn dahinter.
Zuletzt geprüft am 12. August 2026. Rechtsstand und Fördersätze ändern sich; jede Zahl auf dieser Seite trägt ihre Quelle und ihr Abrufdatum.
Quellen
- DIN 4108-3:2024-03, Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden, Teil 3: Klimabedingter Feuchteschutz, Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für Planung und AusführungAnhang D, Feuchteschutznachweis über hygrothermische SimulationAbgerufen 12.08.2026
- Förderrichtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) vom 17. Juli 2026, Anlagein Kraft seit 21. Juli 2026; ersetzt die Fassung vom 21. Dezember 2023 (BAnz AT 29.12.2023 B1)Abgerufen 12.08.2026
- DIN EN ISO 6946, Bauteile, Wärmedurchlasswiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient, BerechnungsverfahrenTabelle der Wärmeübergangswiderstände, Wärmestromrichtung aufwärts, waagerecht und abwärtsAbgerufen 31.07.2026
- Gebäudemodernisierungsgesetz Anlage 7 (zu § 36), Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenbauteilen bei Änderung an bestehenden Gebäuden (bis Juli 2026: Gebäudeenergiegesetz, Anlage 7 zu § 48)Abgerufen 11.08.2026
- Gebäudemodernisierungsgesetz § 36, Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderung (bis Juli 2026: Gebäudeenergiegesetz § 48)Abgerufen 11.08.2026
- Gebäudemodernisierungsgesetz § 11, Mindestwärmeschutz (Anforderungen nach DIN 4108-2 und DIN 4108-3)Abgerufen 12.08.2026
- Förderrichtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) vom 17. Juli 2026Nummer 8.2, Förderfähige Ausgaben: „Wird die Maßnahme nicht durch ein Fachunternehmen durchgeführt (Eigenleistung), werden nur die direkt mit der energetischen Sanierungsmaßnahme verbundenen Ausgaben für Material gefördert, wenn ein Energieeffizienz-Experte oder ein Fachunternehmer die fachgerechte Durchführung und die korrekte Angabe der Ausgaben für Material mit dem Verwendungsnachweis bestätigt.“Abgerufen 12.08.2026
Was ist bei deinem Haus möglich?
Ein kurzer Blick auf Baujahr, Fläche und Heizung, dann weißt du, woran du bist.
Gebäude einschätzen lassen